Skip to main content
Start » News » HPV-Infektion: Ein Impf-Catch-up lohnt sich, solange Sie Sex haben
News

HPV-Infektion: Ein Impf-Catch-up lohnt sich, solange Sie Sex haben

Sideways Aufnahme von blonde vierzig Jahre alte Frau genehmigt Impfkampagne erhält Inokulation von covid 19 Virus fühlt sich geschützt einzeln auf blauem Hintergrund. Geimpfte Europäerin mittleren Alters
Sideways Aufnahme von blonde vierzig Jahre alte Frau genehmigt Impfkampagne erhält Inokulation von covid 19 Virus fühlt sich geschützt einzeln auf blauem Hintergrund. Geimpfte Europäerin mittleren Alters
© Cast Of Thousands - shutterstock.com

Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verläuft oft harmlos. Sie kann jedoch auch zu hässlichen, lästigen Genitalwarzen, zu Krebsvorstufen und sogar zu lebensbedrohlichem Krebs führen, unter anderem an Gebärmutterhals und Anus sowie in Mund und Rachen. Eine Impfung schützt Menschen, die sexuell aktiv sind, nachweislich vor den gefährlichsten HP-Viren.

Infektion und Verbreitung

Humane Papillomaviren werden bei Hautkontakt und damit häufig während des Geschlechtsverkehrs übertragen. Geschätzt infiziert sich jeder siebte bis achte sexuell aktive Mensch im Laufe seines Lebens einmal damit.1 Das Infektionsrisiko steigt mit der Zahl der Sexpartner:innen. Da HP-Viren mitunter aber erst Jahre nach einer Infektion aktiv werden, können auch Partner:innen in langjährigen, monogamen Beziehungen infiziert werden – eine Infektion muss demnach nicht Untreue bedeuten. 

Gesundheitliches Risiko

Während eine Infektion mit HPV bei zwei von drei Infizierten keine Folgen hat, entwickelt ein Drittel Symptome.2 Bei HP-Virentypen mit niedrigem Risiko wuchern unangenehme Genitalwarzen. Bei Hochrisikoviren können Krebsvorstufen entstehen, die zu einer Krebserkrankung führen können. In der Schweiz sind etwa 70 von 100 Frauen mit HPV infiziert, sechs von 100 Frauen entwickeln infolgedessen Krebsvorstufen und eine von 100 Frauen erkrankt tatsächlich an Gebärmutterhalskrebs1, der fünfthäufigsten Krebsart bei Frauen zwischen 20 und 49 in der Schweiz.

Impfung und Impfschutz

Eine Impfung gegen HPV vor Beginn sexueller Aktivitäten ist zwar am sinnvollsten, doch sie lohnt sich, solange jemand sexuell aktiv ist – insbesondere mit wechselnden Partner:innen. Denn dann ist das Infektionsrisiko einfach höher. 

Da der aktuell verfügbare Anti-HPV-Impfstoff gegen neun gefährliche HPV-Typen schützt, nützt eine HPV-Catch-up-Impfung selbst nach einer Infektion noch, da eine neuerliche Infektion mit einem anderen Virentyp nicht auszuschliessen ist. 

Impfkosten und Kostenübernahme

Die HPV-Impfung wird Mädchen und Buben hierzulande zwischen elf und 14 Jahren vor dem ersten sexuellen Kontakt vom BAG empfohlen (bis 15 Jahre: zwei Impfdosen; ab 15 Jahre: drei Impfdosen). Im Rahmen kantonaler Impfprogramme übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Impfung für Mädchen und junge Frauen, Jungen und junge Männer (elf bis 26 Jahre) ohne Selbstbehalt (Franchise). Die Kosten der Impfung von Frauen zwischen 27 und 45 Jahren müssen selbst bezahlt werden. Sie lassen sich jedoch teils oder ganz mit gewissen Zusatzversicherungen decken.

Next article