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HPV: Was Gebärmutterhals und Rachen verbindet – und warum die Impfung schützt

Junges Paar mit medizinischen Pflastern nach Impfung zu Hause
Junges Paar mit medizinischen Pflastern nach Impfung zu Hause
© Pixel-Shot - Shutterstock.com

Humane Papillomaviren (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Viren. Mehr als 70 Prozent der sexuell aktiven Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit. Meist beseitigt das Immunsystem die Infektion von selbst. Bleibt eine Infektion mit bestimmten Hochrisiko-HPV-Typen jedoch über Jahre bestehen, können Zellveränderungen und schliesslich Krebs entstehen.

Prof. Dr. med. Martina Broglie Däppen, Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie

Prof. Dr. med. Martina Broglie Däppen

© ZVG

Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie

Von HPV zu Krebs

Besonders bekannt ist der Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs. Doch HPV kann auch andere Krebsarten im Genitalbereich verursachen wie an Vulva und Vagina sowie an Anus und Penis.

Zunehmend in den Fokus rücken HPV-bedingte Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. Betroffen ist vor allem der Rachen, also der Bereich der Mandeln und des sogenannten Zungengrundes. Diese Tumoren betreffen beide Geschlechter, Männer jedoch häufiger. Ihre Prävalenz hat in westlichen Ländern zugenommen. Im Gegensatz zu klassischen Kopf-Hals-Tumoren, die primär durch Tabak- und/oder Alkoholkonsum entstehen, treten diese typischerweise auch bei Menschen ohne dieses Risikoverhalten auf.

Impfen schützt – nicht nur Frauen

Seit 2006 stehen Impfstoffe gegen HPV zur Verfügung. In der Schweiz wird die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen und seit 2015 auch für Jungen empfohlen.

Seit 2024 gehört sie für beide Geschlechter im Alter von elf bis 14 Jahren zu den Basisimpfungen, nachdem sich gezeigt hat, dass die Impfung von Jungen ebenso wichtig ist: Männer können HPV übertragen und auch selbst an HPV-bedingtem Krebs erkranken, insbesondere im Kopf-Hals-Bereich.

Dass die Impfung wirksam ist, zeigen inzwischen erste grosse Bevölkerungsstudien: In den USA liessen sich bei geimpften 14- bis 19-jährigen Mädchen in gynäkologischen Abstrichen 88 Prozent weniger häufig die im Impfstoff enthaltenen HP-Viren nachweisen. Eine Studie aus Schottland ergab, dass bei Frauen, die bereits mit zwölf oder 13 Jahren vollständig geimpft worden waren, kein Fall von invasivem Gebärmutterhalskrebs auftrat. Gemäss der Literatur geht man davon aus, dass die HPV-Impfung mehr als 90 Prozent der durch HPV verursachten Krebserkrankungen verhindern kann.

Impfen und Vorsorge

Für Frauen bleibt auch nach der Impfung die regelmässige gynäkologische Vorsorge wichtig. 

Für HPV-bedingte Tumoren im Kopf-Hals-Bereich gibt es bislang keine etablierte Vorsorgeuntersuchung. Ein vielversprechender Ansatz ist der Nachweis bestimmter HPV-Antikörper im Blut. Antikörper gegen das HPV16-E6-Protein können bei einem Teil der Betroffenen bereits viele Jahre vor der Diagnose eines HPV-bedingten Rachenkrebses nachweisbar sein. Ob daraus künftig ein zuverlässiger Bluttest zur Früherkennung entwickelt werden kann, wird derzeit untersucht. Für ein allgemeines Screening steht ein solcher Test noch nicht zur Verfügung.

Umso wichtiger ist die Prävention durch die HPV-Impfung – für Mädchen und Jungen.

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